Mail Transfer Agent für Raspberry
Damit der Raspberry Pi E-Mails senden kann, wird ein MTA (Mail Transfer Agent) benötigt. Ein leichtgewichtiger Standard für den Pi ist msmtp. Um diesen Dienst nutzen zu können, ist es notwendig ein sogennantes App-Passwort beim E-Mail provider einzurichten. Dieses ersetzt das eigentliche Kontopasswort und schützt es dadurch effektiv. In diesem Beispiel nutze ich diese Funktion mit einem Test-Mail-Konto von Google-Mail inklusive einer weiterleitung auf eine E-Mail Adresse eines Europäischen Anbieters.
Damit wiederrum msmtp auf dein Google-Konto zugreifen kann, muss die Zwei‑Faktor‑Authentifizierung (2FA) aktiviert sein. Dies ist in den Einstellungen des Google-Kontos unter
“Sicherheit und Anmeldung -> 2-Faktor-Authentifizierung
zu finden. Nach erfolgreicher Einrichtung von 2FA kann im Suchfeld der Konto-Optionen nach App-Passwörter
Hier lässt sich nun ein App‑Name festlegen. Das generierte Passwort solltest du sicher notieren und aufbewahren, da es nur einmal angezeigt wird.
Die Installation des Mail-Agenten
Nun zur eigentlichen Installation des Mail Agenten auf dem raspberry Pi. Wähle deine Bevorzugete Verbindungsmethode und öffne ein Terminal.
Zuerst sudo apt update zu nutzen, stellt sicher, dass Sie die neueste Version installieren, Abhängigkeiten korrekt aufgelöst werden und Fehler durch veraltete Verweise vermieden werden. Danach installieren wir die benötigten Pakete.
sudo apt update
sudo apt install msmtp msmtp-mta bsd-mailx

Während der Installation der Pakete erscheint eine Sicherheitsabfrage des RaspberryPi bezüglich AppArmor die wir mit yes beantworten.
Konfiguration des Mail Agenten
Jetzt muss eine Konfigurationsdatei für den Mail Agenten angelegt werden. Dafür benötigt werden die SMTP-Daten des E-Mail-Anbieters, z. B. Gmail, GMX, Outlook. Einige Anbieter, wie z.B. ProtonMail unterstützen diese Funktion nicht.
Wir nutzen dafür wieder meinen Lieblingseditor Nano. Natürlich kann jeder andere, auf dem System vorhandene Editor auch genutzt werden. z.B. vim.
sudo nano /etc/msmtprc
Beispielkonfigurationsdatei für Gmail
defaults
auth on
tls on
tls_starttls on
tls_trust_file /etc/ssl/certs/ca-certificates.crt
logfile ~/.msmtp.log
account default
host smtp.gmail.com
port 587
from deine-email@mail.com
user deine-email@mail.com
password dein-app-passwort
Außerdem ist es sehr empfehlenswert und für manche Funktionen sogar zwingend nötig die Rechte an der Datei einzuschränken, so dass nur Root das Passwort auch lesen kann.
sudo chmod 600 /etc/msmtprc
Prüfen der Konfiguration
Nun kann die Zustellung geprüft werden. Im Terminal diesen Befehl eingeben. Dies sollte eine kurze E-Mail an das hinterlegte Postfach senden.
echo "Test-Backup erfolgreich" | mail -s "Pi-Backup Status" deine-email@mail.com
Sollte keine Mail ankommen, prüfe die Log-Datei mit
sudo journalctl -f msmtp
Damit ist der Mail-Dienst auf deinem Raspberry Pi startklar. Ab jetzt können deine Scripte dich proaktiv über alles informieren, was im System passiert – und zwar mit genau den Details, die du brauchst.
Für mich ist das vor allem bei automatisierten Backups ein absoluter Gamechanger. Statt mich mühsam durch kryptische Log-Dateien zu wühlen, erhalte ich nun eine maßgeschneiderte Statusmeldung direkt in mein Posteingang. Ob alles glattgelaufen ist oder es irgendwo hakt (inklusive komplexer Fehlerberichte), weiß ich jetzt sofort.
Wie genau ich diesen Mail-Versand in mein Backup-Script eingebunden habe, zeige ich dir in einem kommenden Post. Eines vorab: Es ist einfach sau praktisch!